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Was ist Kunst?

In dem Roman "Simon" von Marianne Fredriksson sagt Ruben zu seinem jungen Freund:
"Das, was wir Kunst nennen, (...) entsteht in den Menschen, die zuhören oder lesen oder ein Gemälde betrachten.
Da wird etwas geweckt, Gefühle,
für die es keine Worte gibt."

Paul Auster, ein nordamerikanischer Schriftsteller, hat gesagt, der wahre Sinn der Kunst liege nicht darin, schöne Objekte zu schaffen.
Es sei vielmehr eine Methode, um zu verstehen; ein Weg, die Welt zu durchdringen und den eigenen Platz zu finden.

Fotodesign: Angelika Selmer

Welche Bedeutungen hat die Kunst für uns Künstlerinnen?

Zitate:

„Malen ist für mich u. a. Meditation, Lebenselixier. Mit Farben umzugehen macht einfach Freude - es ist sinnliches Vergnügen."

„Schmuckgestaltung -  ich hätte im Traum nicht daran gedacht, dass dies zu einer Leidenschaft wird, die mich bis heute fesselt..."

„Die Beschäftigung mit Puppen als Trauerbewältigung...
Jede Puppe ist eine Persönlichkeit und ist durch Kreativität entstanden.
Heiter oder  traurig, alle haben ihren eigenen Charakter - wie der Mensch,
der sie betrachtet."

„Meine Bilder als Orientierungshilfen, Botschaften, Fixpunkte, um nicht zu kentern
in dieser alles beherrschen wollenden Welt der Technik, der Daten und des Geldes.
Innehalten beim Malen, innehalten lassen durch Betrachten."

„Ich glaube, Eigenes zu schaffen, hat für mich damit zu tun, etwas auszudrücken, was ich
sehe (Linien, Formen) und was mich auch bewegt."

„Meine Fotoergebnisse sollen die Dinge nicht kopieren, sondern interpretieren.
Ich suche meine innere Wirklichkeit, aus der heraus ich gestalte, abstrahiere, zerlege,
neu zusammenfüge..."

„Zu jedem Bild gehört eine Geschichte, die aber jeder für sich interpretieren kann."

„Ich erarbeite mit viel Freude und aus meinen Gefühlen heraus Figuren und Objekte.
Seit über 20 Jahren bin ich von dem Werkstoff Ton 'infiziert', bin bis heute nicht 'geheilt'
und will es auch nicht werden."

Das weibliche Lebensgefühl als Chance?

In der Auseinandersetzung mit der Kunst
- sowohl in der Identifikation als auch in der Ablehnung  -
offenbart sich doch immer etwas, was gehört werden möchte.

Unsere Chance: hinhören und hinsehen.