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Siebzehn

 

Rinnsal im Wald

floß gestern noch

über Stein und Holz

 

Verwandelt

liegt es jetzt vor mir

 

Glasdolche

Spiegelscherben

tausenddiamantene Pfeile

 

Bett der Unberührbaren,

die jäh verletzen kann

 

Aufgewachsen bin ich

in deinem Bannkreis,

Eisblumenelfe.

 

Gehen will ich nun

du kannst mich nicht aufhalten

Frau zu werden

 

Rinnsal im Wald, Gedicht von Christine-Robin Rieder, Zyklus „Zeitblätter“, Offenbach, 1981

Die Welle

 

Rollt langsam

sprüht auf

kippt über

 

so strömt

mein Gefühl

zu dir

woher

wohin

zählt nicht

 

nur diese Gischt

und unsere

zugewandten

Gesichter

 

Christine-Robin Rieder, Die Welle, aus dem Zyklus „Linie 8“, Trier, 1997

kind 

 

braunaugenfee

langhaartierchen

wuschelmuschel

du kluges wesen

deine fragen setzen mich schachmatt

das schafft sonst keiner

 

deine kuschellust

lässt fühlen

die letzten Mauerringe in mir

möchte lernen mit dir

lachen leben

geniessen

 

Christine-Robin Rieder, aus dem Zyklus „Almauftrieb mit Laptop“,
Heppenheim-Scheuerberg, 2005
 

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